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Batteriespeicher und Steuern

Ein Batteriespeicher kann steuerrechtlich anders behandelt werden als die Photovoltaik- Anlage. Die Umsatzsteuer beim Kauf eines Batteriespeicher könnt Ihr die Vorsteuer nur geltend machen, wenn Ihr den Speicher zusammen mit der PV-Anlage gekauft habt.


Batteriespeicher und die Umsatzsteuer

Wollt Ihr euch zusammen mit der Photovoltaik- Anlage auch einen Batteriespeicher anschaffen, solltet Ihr auf alle Fälle die Kleinunternehmerregel ausschlagen und erst einmal die Regelbesteuerung wählen.
Denn zeitgleich gekauft,dies  zählen beide Anlagen steuerrechtlich zu einem System, wenn Ihr dies gewerblich betreibt und Strom ins Öffentliche- Netz speist oder an Abnehmer direkt liefert.
Da ein kleiner Batteriespeicher mehrere Tausend Euro kosten kann, erhöht sich deine Investition für die Anlage deutlich und die Vorsteuer ist dann so hoch, dass Ihr die Umsatzsteuer auf selbst verbrauchten Strom in den ersten fünf Jahren deutlich schmälert oder sogar aufwiegt. Je nachdem, wie hoch die Betriebskosten für Speicher und PV-Anlage sind, müsst Ihr nach Ablauf der Fünfjahresfrist einmal abwägen, ob Ihr dann in den Kleinunternehmerstatus wechseln solltet.
Eine Nachrüstung eines Batteriespeicher zu deiner bestehenden Photovoltaikanlage, werten das Finanzamt den Speicher als neue Investition und damit als ein eigenes „Zuordnungsobjekt“. Beide Anlagen werden damit steuerrechtlich voneinander getrennt und behandelt. Ihr müsst dem Finanzamt melden, wenn der Speicher, eurem Gewerbe dienen soll.

Ihr betreibt den Speicher aber nur dann gewerblich, wenn mindestens 10% des gespeicherten Stroms in den Verkauf gehen. In der Regel dient der Speicher aber nur dazu, den Eigenverbrauch zu erhöhen. Ein gewerblicher Betrieb ist dann nicht gegeben und  die Mehrwertsteuer auf den Batteriespeicher könnt Ihr dann auch nicht als Vorsteuer bei Finanzamt geltend machen.

Bei der Einkommensteuer könnt Ihr den Speicher auch nur berücksichtigen, wenn mehr als 10% des gespeicherten Stroms in das öffentliche Netz gespeichert und deinen Umsatz erhöht. Nutzt Ihr den Speicher mehr für die Stromeinspeisung, müsst Ihr diesen dem Betriebsvermögen zuordnen. Ein Geschäftsmodell hierzu ist das Vermarkten von Regelleistung wie bei der Firma Sonnen, aus vielen kleinen Heimspeichern, die dann zu einem virtuellen Großspeicher zusammengeschlossen sind.

Schaffen Ihr euch den Speicher zusammen mit der PV-Anlage an, könnt Ihr die Investitionskosten für die gesamte Anlagen über 20 Jahre abschreiben. Rüstet Ihr den Speicher zu eurer bestehenden Solaranlage nach, beläuft sich der Abschreibungszeitraum nur noch auf 10 Jahre.
Dient der Speicher aber nur der Erhöhung eures privaten Eigenverbrauchs, könnt Ihr diese Investitionskosten für den Batteriespeicher nicht über die Einkommensteuer absetzen.

Betreibt Ihr die Photovoltaikanlage gewerblich und nutzen nicht die Kleinunternehmerregel, müsst Ihr auf den selbst verbrauchten Strom auch Umsatzsteuer entrichten. Die Höhe des Eigenverbrauchs könnt Ihr folgendermaßen berechnen, indem Ihr die eingespeiste Strommenge (Zweirichtungszähler) von der insgesamt produzierten Strommenge (Wechselrichter) abzieht. Betreibt Ihr auch einen Batteriespeicher, würde nach dieser Berechnung auch der Verlust, der beim Speichern durch Wärme etc. entsteht, als Eigenverbrauch zählen. Also würdet Ihr auf diesen Strom Umsatzsteuer zahlen, der nicht Eurer elektrischen Versorgung diente. Egal ist dabei, ob Ihr den Speicher Ihrem Privatvermögen oder Ihrem Unternehmen zugeordnet habt.
Wenn ihr den unternehmerisch produzierte Strom nicht als solchen zur eigenen Versorgung genutzt habt, liegt aber keine unternehmensfremde Verwendung vor. Daher müsst Ihr auf den bei der Speicherung entstandenen Verlust auch keine Umsatzsteuer zahlen. Dies ist die Auffassung des Bayerischen Landesamts für Steuern. Wohnt Ihr in einem anderen Bundesland als Bayern, könnt Ihr euch ebenfalls auf die dortige Handhabung beziehen.

Bleibt die eine Frage, wie man den Speicherverlust aus dem Eigenverbrauch herausrechnet. Möglich ist, die Angaben aus der Hersteller App auszulesen oder euch einmal im Jahr die Werte zukommen zu lassen. In der Regel liegt der Wert ungefähr zwischen 80% und 90% Batterieverlust. Multipliziere den Gesamtwirkungsgrad mit der eingespeicherten Strommenge. Exakt könnt ihr euren Eigenverbrauch abzüglich Batterieverlust bestimmen, wenn ihr einen zusätzlichen Stromzähler installieren lasst. Dieser Zwischenzähler ist hinter den Speicherausgang zu setzen und zwar so, dass er sowohl die direkt genutzte Solarstrommenge als auch die zwischengespeicherte zählt. Hierfür beauftragt ihr dann eine Elektrofirma die euch den Zwischenzähler einbaut!

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